Dienstag, 22. September 2026
Am Vorabend des Jahrgedächtnisses von Kardinal Van Thuan (am 15. September 2026) fand im Kölner DOMFORUM eine Veranstaltung zum Thema „Die Botschaft von François Xavier Kardinal van Thuân aus dem Gefängnis“ statt.
Als Zeitzeugen des Kardinals waren Cellitinnen zur hl. Maria in der Kupfergasse zugegen, die den Priester van Thuân schon in den 1950er Jahren persönlich kennengelernt hatten. Generaloberin Schwester M. Bernharda Krämer erzählte von dieser Zeit, in welcher der junge Priester van Thuân bei den Ordensschwestern zeitweise gewohnt hatte, um in Deutschland zu studieren und die deutsche Sprache zu erlernen. Van Thuân kehrte später in seine Heimat Vietnam zurück und wurde 1967 zum Bischof von Nha Trang ernannt. Nach dem Fall Südvietnams an die Kommunisten im Jahr 1975 wurde er als Erzbischofs-Koadjutor von Saigon vom Regime gefangengenommen und inhaftiert. Im ersten Jahr seiner insgesamt 13jährigen Gefangenschaft verfasste van Thuân kurze katechetische Botschaften auf die Rückseite von Kalenderblättern und ließ diese aus dem Gefängnis schmuggeln. Diese wurden später in dem Band „Gebete der Hoffnung“ in mehrere Sprachen veröffentlicht. Nach seiner Freilassung im Jahr 1988 setzte er seine freundschaftliche Beziehung zu den Cellitinnen fort.1994 wurde er Vizepräsident, 1998 dann Präsident des Päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden. Als er 2001 von Papst Johannes Paul II. in den Kardinalsstand erhoben wurde, wusste er schon von seiner Krebserkrankung, an der er 2002 in Rom verstarb. Wenige Monate vor seinem Tod besuchte er letztmalig die Kölner Ordensschwestern und verabschiedete sich als „Kardinal der Cellitinnen“ von ihnen.
Im Vortrag von Dr. Werner Höbsch stand das Thema Hoffnung im Mittelpunkt seiner theologisch-philosophischen Betrachtungen. So sieht Höbsch Hoffnung nicht als Synonym für Optimismus, sondern als Motivation, die das Leiden nicht ausblendet oder verdrängt: „Hoffnung ist nicht die konkrete Erwartung, dass etwas Gutes passiert und mir etwas Gutes widerfährt, sondern Hoffnung bedeutet: ins Handeln kommen“, so der Theologe. Dr. Werner Höbsch leitete über Jahre das Referat Dialog und Verkündigung im Erzbistum Köln mit dem Schwerpunkt interreligiöser Dialog. In den vergangenen Jahren hatte er sich zudem verstärkt mit dem Wirken von Kardinal van Thuân beschäftigt.
On the eve of the anniversary of Cardinal Van Thuan’s passing (September 15, 2026), an event titled "The Message of François-Xavier Cardinal Van Thuan from Prison" was held at the DOMFORUM in Cologne, right next tot he cathedral. Sisters of the Congregation of the Cellitinnen (Sisters of Charity) of St. Mary in Kupfergasse—who had personally known the priest Van Thuan as early as the 1950s—were present as witnesses to his life.
Superior General Sister M. Bernharda Krämer spoke about the time when the young priest Van Thuan lived with the sisters while studying in Germany and learning the German language. Van Thuan later returned to his native Vietnam and was appointed Bishop of Nha Trang in 1967. Following the fall of South Vietnam to the Communists in 1975, he was arrested and imprisoned by the regime while serving as Coadjutor Archbishop of Saigon. During the first year of his thirteen-year imprisonment, Van Thuan wrote short catechetical messages on the backs of calendar pages and had them smuggled out of prison. These were later published in several languages in the volume *Prayers of Hope*.
After his release in 1988, he maintained his friendship with the Cellitinnen sisters. In 1994, he became Vice-President, and in 1998, President of the Pontifical Council for Justice and Peace. When Pope John Paul II elevated him to the rank of cardinal in 2001, he was already aware of the cancer that would claim his life in Rome in 2002. Just months before his death, he visited the sisters in Cologne for the last time, bidding them farewell as the "Cardinal of the Cellitinnen."
In the lecture by Dr. Werner Höbsch, the theme of hope was central to his theological and philosophical reflections. Höbsch views hope not as a synonym for optimism, but rather as a form of motivation that neither ignores nor suppresses suffering: "Hope is not the concrete expectation that something good will happen or that something good will come my way; rather, hope means taking action," the theologian stated. For many years, Dr. Werner Höbsch headed the Department for Dialogue and Proclamation in the Archdiocese of Cologne, focusing on interreligious dialogue. In recent years, he had also increasingly focused on the work of Cardinal van Thuân.
- Bildnachweise: Stiftung Hoffnungswege
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